Transkription des undatierten Briefes von Raumers über das Halten von Vorlesungen (S.B.)

Die Transkription des Briefes

H GR von Schelling erzählt mir, daß er in Folge seiner letzten Vorlesung sogleich zu Hause unwohl und seekrank geworden u.  er sich unmöglich derselben Gefahr aussetzen können. (kann-?)

Ich habe ihm darauf vorgetragen, was Sie wissen, u. er hat die Sache in der Hoffnung in Überlegung genommen, daß die Ergebnisse unserer Hilfsmittel so sizen werden, wie alle wünschen. Ich werde auch die nöthigen Anordnungen treffen wegen Hitzer od. Küster; Sie aber bitte ich wiederhohlt u. dringend 8 Minuten vor dem Schlag zu schließen, wie ich A. u. S. sagte. Können Sie 5 Minuten nach 4 künftig anfangen u. 10 Minuten vor 5 schließen – desto besser! H. v. S. bemerkte: es dürfte schwer sein, die Zeit genau einzuhalten. Ich erwiderte: Sie würden Ihre Uhr nach der Universitätsuhr stellen u. dieselbe aufs Katheder legen; daran habe die Sache keine Schwierigkeit.

H. v. S. ist heiser u. es ist möglich, daß er deshalb oder wegen anderer Zweifel aussetzt. Ich bitte Sie ohne Rücksicht darauf, Ihr Anerbieten pünktlich zu erfüllen.   

Damit Sie sich im Fall das Stück da Capo spielen sollten, darauf beruhen können. Ihr ergebenster

 

Raumer

21.11

 

Kommentar zum Brief

Offensichtlich richtet sich dieser Brief an einen Kollegen von Raumer an der Friedrich- Wilhelm-Universität. Es ist weder der Name noch das Jahr, in dem dieser Brief verfasst wurde, genannt. Dem Wortlaut zu Folge handelt es sich um Musikvorlesungen. Der Name Schelling fällt mehrmals. Dieser muss aus gesundheitlichen Gründen zu Hause bleiben und ist demzufolge ausserstande, die Vorlesungen durchzuführen.  Deswegen wendet sich Raumer an einen Kollegen mit der Bitte, die Vorlesungen von Schelling zu übernehmen. Daraus lässt sich schließen, dass Raumer damals die Funktion des Dekans der Fakultät  inne hatte.  Da Raumer erst seit 1819 die Professur für Geschichte in Berlin hatte, muss dieser Brief in der Zeit ab 1819 geschrieben worden sein.

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